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Leseprobe Band 2

 

Geschichten zum Vorlesen und selber lesen für Kinder ab 5 Jahren

 

Finchen am Nordseestrand

. . . . 

Die Badetaschen werden gepackt und auf die Fahrräder verteilt. Zuletzt hebt Helmut Finchen in das Fahrradkörbchen und alle zusam­men radeln Richtung Strand.

Nachdem sie den Park verlassen haben, fahren sie auf einen Damm und können von dort aus das Meer sehen. Ein Stückchen weiter schieben sie die Räder vom Damm hinunter zum Strand. Helmut hebt Finchen aus dem Korb und sie tollt neben her. So ein breiter Strand, so viel Sand. Herrlich.

„Seht mal dahinten!“, ruft Meike und winkt einer Familie zu.

Thorsten und Sandra springen auf und winken zu­rück.

„Wer ist denn das?“, fragt Helmut.

„Das sind Thorsten und Sandra mit ihren Eltern und dem Pudel Indy.“, erklärt Meike.

Sie schließen die Fahrräder ab und gehen zu der Familie.

Die Hunde begrüßen sich wie alte Freunde und toben wie verrückt im Sand herum.

Die Eltern machen sich miteinander bekannt und lassen sich auch dort nieder.

Finchen und Indy buddeln gemeinsam nahe beim Wasser ein Loch in den Sand.

Mit lustigem Gebell feuern sie sich gegenseitig an. Das Loch wird immer breiter und tiefer. Die Hunde sehen beide aus wie mit braunem Zucker bestreut. Sie haben großen Spaß zusammen.

Endlich ist das Loch breit und tief genug, so dass beide hineinpassen. Sie legen sich gegenüber in ihre selbstgebuddelten Behausung, so dass die Köpfe zusammenliegen. Das sieht vielleicht niedlich aus. Erschöpft dösen sie im Sonnenschein vor sich hin.

Die Kinder spielen Fußball, als Meike ruft: „Schaut mal dieses Schiff, wie es schnell durch die Wellen pflügt!“

Sie halten sich die Hände als Sonnenschutz über die Augen und beobachten das Schiff.

HUI, das geht ab.

Gleichmäßig rollen die Wellen, die das Schiff verur­sacht, dem Strand entgegen.

Die erste Welle schwappt auf den Sand. Dann die zweite, die viel größer ist und bis zu dem Loch reicht, in dem die Hunde dösen. Das Salzwasser schwappt in das Loch und über die Hunde. Die springen sofort verschreckt aus dem Loch hinaus. Beide schütteln sich das Wasser aus dem Fell und wälzen sich dann spielerisch im Sand hin und her.

Die Kinder haben das unfreiwillige Bad beobachtet und können sich vor Lachen kaum halten.

 „Kommt, wir lassen Windvögel steigen!“, ruft Thorsten und läuft zu seinem Strandtuch.

 „Au ja!“, rufen die anderen und laufen hinterher.

Thorsten und Sandra haben große Windvögel da­bei.

Die Jungen laufen mit einem Windvogel, der aus­sieht wie ein Gleitschirm, zum Wasser. Dort ist der Sand nicht so weich und sie können schneller lau­fen weil sie nicht so einsinken. Finchen und Indy hüpfen aufgeregt hin und her als die Jungen den riesigen Windvogel in die Luft steigen lassen.

Nun kommen auch Sandra und Meike angelaufen. Die Mädchen tragen einen knallroten Windvogel mit einem langen bunten Schwanz.

Meike hält den Drachen fest. Sandra rollt die Schnur los und geht mit ihr ein Stück weit weg.

Das finden die Hunde ausgesprochen interessant. Neugierig stehen sie daneben und schauen dem Geschehen zu.

„Jetzt!“, ruft Sandra.

Meike lässt den Drachen los. Dieser steigt in Begleitung von lautem Hundegebell in die Höhe. Am liebsten würden sie mitfliegen.

Sandra gibt immer mehr Schnur, so dass der Dra­chen immer höher steigt.

Auf einmal gerät er in eine Windböe. Er schlägt ei­nen Salto, um dann im Sturzflug nach unten zu sausen.

Die Mädchen kreischen auf. Meike kommt Sandra zur Hilfe und zieht hektisch an der Drachenschnur, während Sandra sie schnell aufrollen will.

Kurz bevor der Windvogel auf den Sand knallt, ha­ben die Mädchen den Drachen wieder unter Kont­rolle.

Die Hunde sind zur beinah Absturzstelle gerannt, um mit dem Windvogel zu spielen. Doch bevor sie ihn erreichen, steigt er wieder auf. Finchen springt hoch und erwischt den Drachenschwanz. Der reißt zur Hälfte ab und Finchen läuft mit ihrer Beute davon.

Dem Windvogel ist das egal. Nur mit der Hälfte sei­nes Schwanzes steigt er kerzengerade in den blauen Himmel auf. Majestätisch steht er am Him­mel und schaut auf die Hunde hinunter, die mit sei­nem restlichen Schwanz Tauziehen spielen.

 

Beide Hunde ziehen an einem Ende des Drachen­schwanzes, bis er reißt. Nun hat jeder ein Beute­stück ergattert. Damit laufen sie zu den Ruinen ihrer zuvor überfluteten Sandburg.

Ein jeder legt sich davor und hält die Schnur zwi­schen den Pfoten.

So schön sollte jeder Tag sein - nicht nur in den Ferien.

 

 

 

ISBN: 9783842332454

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